2018 IM VISIER 
 

RTF1 – Filmbericht

Fahrerlager am 02. und
03. September 2017



GEA – 04.09.2017

Infiziert vom Mythos der Bergrennen

Von Kirstin Oechsner

NEUFFEN. Die Rahmenbedingungen: nicht vergleichbar. Jagten die Fahrer einst ihre Rennautos die 4,1 Kilometer lange Strecke den Berg hoch, mussten sie sich gestern mit einem rund 300 Meter langen Rundkurs durch Neuffens Altstadtgassen begnügen.

Doch das tat der guten Stimmung keinen Abbruch, die legendäre Bergrennen-Atmosphäre kam trotzdem auf und die Faszination war zu spüren - bei den Fahrern wie auch unter den Zuschauern.

In Spitzenzeiten säumten 38 000 zahlende Zuschauer die Bergstrecke: »Und da sind die Schwarzseher noch nicht mit gerechnet«, erinnert sich Michael Turco ganz genau an alte Zeiten, als die Täles-Bewohner am jährlichen Rennwochenende im September von einem ganz besonderen Fieber befallen waren - er nicht ausgenommen. Damals war samstags noch Schule: »Ich konnte das Ende des Unterrichts kaum abwarten und bin dann schnell nach Hause, habe den Ranzen in die Ecke geschmissen und bin sofort an die Rennstrecke.«

Dort machte er sich in den 70er-Jahren nützlich: »Als Reifenputzer«, meint er schmunzelnd. Seither ist Turco infiziert vom Thema Auto, doch alten Zeiten der Bergrennen möchte er dennoch nicht wieder eins zu eins aufleben lassen. Eine kleine Version soll's indes wieder geben, das ist jedenfalls das Ziel der Interessengemeinschaft Bergpreis Schwäbische Alb: »Wir denken an eine touristische Gleichmäßigkeitsfahrt für historische Fahrzeuge«, beschreibt Walter Rothweiler die Intention.

»Mit 18 Jahren war ich der Jüngste, der am Rennen teilgenommen hat«
 
Auch er ein Infizierter, ein Bergrennen-Enthusiast: Allein vier Mal hat der Linsenhofener mit seinem Ford Capri am Neuffener Bergrennen teilgenommen. »Ich habe alles aus eigener Tasche bezahlt«, erinnert er sich: die Umgestaltung des Fahrzeugs, die Reparaturen und das Benzin. Sein Rennauto von einst hat er im Originalzustand gelassen. Manchmal nimmt der 67-Jährige damit an Nostalgiefahrten teil oder macht sich zu gemütlichen Touren mit Ehefrau Doris auf: »Er war der schnellste Metzger aus dem Neuffener Tal«, erzählt Rolf Trost, auch er ein Bergpreis-Urgestein. »Mit 18 Jahren war ich der Jüngste, der am Rennen teilgenommen hat«, blickt der heute 72-Jährige auf aktive Zeiten zurück. »Damals brauchte ich eine Sondergenehmigung, die von beiden Eltern unterschrieben werden musste.«

Beim gestrigen Motorsport-Fahrerlager war er als Helfer dabei und genoss die Atmosphäre: »Ich habe fast zu 100 Prozent das gleiche Gefühl wie damals.« Zwischen dem ersten Bergrennen 1964 und dem letzten 1983 wurde jedes Plätzchen in der Neuffener Innenstadt genutzt, um die Wagen abzustellen und zu warten: »Diese Atmosphäre kommt heute wieder auf«, freut sich Trost und mit ihm die rund 40 eingeladenen Fahrer und erst recht die Zuschauer.

Die flanierten durchs Fahrerlager, waren begeistert von den Nostalgie-Fahrzeugen und entdecken den ein oder anderen bekannten Fahrer. »Das ist doch Helmut Henzler«, tuschelt ein Senior dem anderen zu. Klar, das ist er: 1970 nahm der gebürtige Frickenhäuser erstmals am Neuffener Bergrennen teil, 1976 an seinem letzten. Danach wechselte er ins Profilager, wurde unter anderem 1978 Europameister in der Formel Super V 1600. Auch er genießt den locker-legeren Nostalgietrip, unterhält sich angeregt mit einstigen Fahrern.

Vor allem zu Walter Rothweiler hat der Henzler ein besonderes Verhältnis: »Ich war sein Schmiermaxe, also sein Mädchen für alles«, erzählt Rothweiler. »1972 hat er mir seinen Porsche ausgeliehen, das war sein Trainingsfahrzeug, das werde ich nie vergessen.« Ins Gespräch der beiden klinkt sich Walter Kuder ein, mit seinem Porsche hat er vier Mal das Bergrennen in seiner Kategorie gewonnen.

Die Neuffener Steige fährt der Hülbener nach wie vor regelmäßig: »Dann juck's mich beim Rauffahren schon ein bisschen«, meint er und gibt zu, die Kurven so ab und an ein bisschen anders zu nehmen als »normale« Autofahrer. »Das bleibt einem im Blut«, meint der ehemalige Bergrennen-Fahrer, der das Treffen und die Benzingespräche sichtlich genießt.

Die Bewunderung der zahlreichen Zuschauer war ihnen am gestrigen Sonntag gewiss, zumal Rainer Klink vom Tübinger Boxenstop-Museum bei der Fahrt durch die Altstadt zahlreiche Informationen zu den Fahrern und ihren Autos parat hatte. (GEA)


Der Teckbote - 12.01.2017

Heiße Öfen zwischen Wald und Reben

Motorsport Fast zwei Jahrzehnte begeisterte das legendäre Bergrennen in Neuffen bis zu 30 000 Zuschauer und kurbelte den Fremdenverkehr an. 1983 fand es ein trauriges Ende. Von Daniela Haußmann

 

Spannende Kämpfe, rasante Spurts und euphorische Zuschauermassen – 19 Jahre lang rangierte die Neuffener Steige ganz oben auf der Beliebtheitsskala bekannter und wichtiger Rennstrecken. Die Schwäbische Alb-ADAC-Bergprüfungsfahrt, die auf Betreiben des Kirchheimer Kinobesitzers Richard Frech 1964 erstmals an den Start ging, mauserte sich im Verlauf fast zweier Dekaden zum europäischen Motorsportereignis der Superlative. In ihren Glanzzeiten zählte die Veranstaltung fast 30 000 Besucher und rund 500 Teilnehmer, die zwischen Wald und Reben nach Bestzeiten jagten.

Rennfahrerlegenden

Der 4,2 Kilometer lange Kurs, der mit einem Höhenunterschied von 250 Metern und 18 Kurven aufwartet, lockte nicht nur Amateure an. Deutsche Meister, Bergkönige und Rennfahrerlegenden wie Sepp Greger zog es ebenso an den Berg unterm Hohenneuffen, wie den deutschen Adel. Darunter Prinz Leopold von Bayern. Aber auch Frauen gaben an der Neuffener Steige Gas. Während die einen im Beiwagen saßen, erzielten manche von ihnen hinterm Steuer gute Platzierungen im männlich dominierten Teilnehmerfeld.

Die Veranstalter scheuten keine Kosten, um aus dem Bergrennen ein hochkarätiges Sportereignis zu machen. Mit rund 80 000 DM schlug der Gesamtaufwand laut einem Artikel im Teckboten aus dem Jahr 1973 zu Buche. Die Zuschauerströme, die alljährlich zum Rennsport-Mekka nach Neuffen pilgerten, spülten bares Geld in die Kassen der lokalen Vereine, die sich mit Angeboten an dem Ereignis beteiligten. Im Teckboten von 1983 ist von Einnahmen in Höhe von 40 000 DM die Rede. „Und nicht zuletzt kurbelte der Bergpreis“, laut Joachim Herrmann, „den Fremdenverkehr an.“ Dass ausgerechnet das Motodrom am Albtrauf eine große Anziehungskraft auf eine große Zahl von Vertretern der damaligen europäischen Pilotenelite ausübte, hat nach Ansicht des ehemaligen Leiters der Streckensicherung seine Gründe.

Die vor den Toren Neuffens gelegene Landstraße weist dem Kirchheimer zufolge alle Schwierigkeitsgrade auf, die eine Bergfahrt auf hohem Niveau ausmachen. Lange Zwischengeraden, die schnelle Spurts ermöglichen, aber auch Haarnadelkurven – ein Kurs, auf dem Motorrad- und Wagenpiloten die Bandbreite ihres fahrerischen Könnens unter Beweis stellen konnten. Hinzu kam laut Joachim Herrmann, dass das Rennen als Wertung für einige wichtige deutsche und europäische Motorsportwettbewerbe durchgeführt wurde. Der Sportkommissar der Obersten Nationalen Sportbehörde, Hans Klinken, bezeichnete die Strecke im Jahr 1964 gegenüber der Presse auch als ideal für das Publikum, weil es „die Bahn zu zwei Dritteln einsehen kann“.

1967, nur drei Jahre nach dem ersten Wettlauf, erfuhr die ADAC-Bergprüfungsfahrt eine internationale Öffnung. Fahrer aus dem Nachbarländern, allen voran die Schweiz und Österreich, machten die Veranstaltung für Fans zu einem noch spannenderen Ereignis. Anlässlich des 12. Motoren-Spektakels am Albtrauf zeigte die Analyse von Starterliste und Ergebnissen in der Presse, dass es für Privatfahrer von Jahr zu Jahr schwieriger wird, die Ausgaben für den Rennsport aus eigener Tasche zu finanzieren. Während sie in der Vergangenheit das Gros der Starter bildeten, rückten nun verstärkt von Sponsoren finanzierte Profifahrer in den Vordergrund.

Im Verlauf der 19 Jahre, in denen das Rennen wegen Straßenbauarbeiten im Jahr 1966 nur einmal ausfiel, waren die Veranstalter immer wieder bemüht, die Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Zuschauer zu verbessern. Die Landstraße litt zunehmend unter dem Schwerlastverkehr. Spurrillen veranlassten den veranstaltenden Motorsportclub Kirchheim 1981, den Fahrern eindringlich zu empfehlen, schmale Reifen aufzuziehen. Wenig später wurde der Belag abgefräst, um einen reibungslosen Ablauf des Wettbewerbs am „Klein-Solitude“, wie das Neuffener Ereignis in Anlehnung an das legendäre Motorrad- und Wagenrennen in Stuttgart genannt wurde, zu gewährleisten.

1983 sorgte ein Unfall, bei dem ein neunjähriger Junge in der Zuschauermenge von einem Auto erfasst wurde und beim Transport ins Krankenhaus starb, für das Aus der Veranstaltung. Kritische Stimmen, die in den zurückliegenden Rennjahren immer wieder aufgekommen waren, gewannen nun eindeutig die Oberhand. „Eine Rolle spielte dabei auch der zunehmend in den Mittelpunkt gerückte Natur- und Umweltschutz“, erzählt Joachim Herrmann. „Wegen ihm hätte die Veranstaltung früher oder später ohnehin ein dauerhaftes Ende gefunden.“

 

Der Teckbote - 12.01.2017

Historische Fahrzeuge sollen die Blicke auf sich ziehen

Interview Interessengemeinschaft will Neuffener Bergrennen mit Revival-Veranstaltung wiederbeleben.

Herr Turco, das Neuffener Bergrennen ist bis heute legendär. Wie soll seine Neuauflage aussehen?

Michael Turco: Eines sei vorausgeschickt: Das Bergrennen, wie es von 1964 bis 1983 Bestand hatte, wird es in der Form nicht mehr geben. Im Vordergrund steht die Präsentation historischer Fahrzeuge und nicht der Motorsport. Das Ziel der Interessengemeinschaft Bergpreis Schwäbische Alb, zu der neben mir rund 120 weitere Mitglieder zählen, ist es, diese einst traditionsreiche Veranstaltung zu erhalten und zu pflegen. Es geht also nicht darum, die schnellsten Zeit einzufahren, sondern ein Event ins Leben zu rufen, das Liebhabern alter Fahrzeuge genauso etwas zu bieten hat, wie ehemaligen Teilnehmern und Zuschauern, die das Bergrennen während seines Bestehens gestaltet und begleitet haben.

Warum ist ein Revival aus Ihrer Sicht wichtig?

Das Neuffener Bergrennen zählte in den 19 Jahren, in denen es stattfand, bundesweit zu den bedeutendsten Motorsportveranstaltungen. Viele junge Menschen kennen das Ereignis nur vom Hörensagen. Eine Wiederbelebung soll dazu beitragen, dass ein herausragendes Stück kommunaler Motorsportgeschichte nicht in Vergessenheit gerät. Abgesehen davon war das Bergrennen mit bis zu 30 000 Zuschauern ein wichtiger lokaler und regionaler Tourismus- und Wirtschaftsfaktor. Dieser Spitzenwert an Besuchern wird ein Revival aller Voraussicht nach nicht erreichen, aber es ist davon auszugehen, dass es mehrere Tausend Menschen anlocken und für die Region um den Hohenneuffen begeistern wird. Davon können Gastronomie, Hotellerie, Handel und Vereine profitieren.

Dazu braucht es aber mehr als ein paar Oldtimer, oder?

Ziel der Interessengemeinschaft Bergpreis Schwäbische Alb ist es deshalb, die Vereine und das Gastgewerbe ins Boot zu holen, um Erlebnisangebote zu initiieren, die das Revival-Event umrahmen. Ob Planwagenfahrten, Stadtführungen oder Weinbergwanderungen – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Die Gegend rund um Neuffen ist attraktiv und hat Besuchern viel zu bieten. Der Bergpreis Schwäbische Alb schafft die Chance, genau das zu kommunizieren und eine Wertschöpfung zu erzeugen, die über das Revival-Event hinausreicht. Denn wem es hier gefällt, der kommt als Tourist auch unabhängig von der Veranstaltung hierher zurück.

Gibt es schon ein Datum für den ersten Bergpreis Schwäbische Alb?

Einen konkreten Termin gibt es noch nicht. Bis es so weit ist, wird noch einige Zeit ins Land ziehen. Für den Anfang wäre es vorstellbar, die Fahrzeuge auf einer Bühne im Ortskern von Neuffen vorzuführen und mit einer Moderation vorzustellen. Damit die Oldtimer über die Neuffener Steige rollen können, müssen erst einmal Landratsamt und Regierungspräsidium grünes Licht geben. Das visieren wir für 2018 an. Ob sich das tatsächlich realisieren lässt, ist aber noch offen. Die Durchführung des Bergpreises würde die Interessengemeinschaft rund 20 000 Euro kosten. Deshalb sind wir auf Sponsorensuche.

Angenommen, Sie erhalten von den Behörden grünes Licht: Wie sehen die Sicherheitsvorkehrungen aus?

In enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Motor Sport Bund (DSMB) werden Gefahrenbereiche lokalisiert. Auf dieser Basis wird festgelegt, wo entlang der Strecke Zuschauer zulässig sind und welchen Sicherheitsabstand sie zur Straße einnehmen müssen. An bestimmten neuralgischen Punkten sollen Schikanen aufgestellt werden, die die Fahrer dazu zwingen, ihre Geschwindigkeit zu drosseln. Außerdem ist geplant, den NABU einzubinden und damit die Interessen des Naturschutzes zu berücksichtigen.


Von Daniela Haußmann



Der Teckbote - 4.10.2016

„Hauptsache, sie fahren wieder“

Bergrennen Vor 34 Jahren fand auf der Neuffener Steige zum letzten Mal ein Rennen statt. Nach einem tragischen Unfall wurde die Veranstaltung abgeschafft. Nun möchte eine Interessengemeinschaft das Renn-Event wiederbeleben.

Von Matthäus Klemke

Hin und wieder holt Walter Rothweiler seinen Ford Capri noch aus der Garage. Zum Beispiel zu besonderen Anlässen wie dem Neuffener Winzerfest am Sonntag. Um die zehn Autos, die schon am Bergrennen teilgenommen haben, waren hier zu sehen, darunter auch Rothweilers blauer Ford. 43 Jahre ist es her, dass er sich einen großen Wunsch erfüllt und das Auto in Frickenhausen gekauft hat. „Kaum war ich zu Hause, setzte ich die Flex an und machte den Kotflügel ab.“ Rothweilers größter Traum war es, beim Neuffener Bergrennen anzutreten. Dafür musste der Wagen natürlich umgerüstet werden.

Das Auto glänzt noch immer, als käme es gerade frisch vom Laufband. Auf der Kilometeranzeige stehen gerade mal 51 040 Kilometer. „Das Auto sieht besser aus als der Fahrer“, scherzt Rothweiler. Insgesamt viermal ist er mit seinem Ford beim Rennen in Neuffen angetreten: „Jeder hat auf das Bergrennen hingefiebert“, erinnert er sich.

Zwischen 1963 und 1982 gingen die Rennfahrer jeden September auf der Neuffener Steige an den Start. Die rund 120 Teilnehmer kamen aus ganz Deutschland, darunter auch bekannte Namen wie Hans-Joachim Stuck und Leopold Prinz von Bayern. Für den gebürtigen Linsenhofener Rothweiler war das Neuffener Rennen quasi ein Heimspiel: „Vom Streckenrand aus hat mir meine gesamte Verwandtschaft zugejubelt. Das war schon ein erhebendes Gefühl.“ Bis zu 38 000 Zuschauer zog das Renn-Event jedes Jahr an. „Die Leute sind Wochen vorher a! n die St recke gekommen und haben sich Bänke gebaut, von denen aus sie eine besonders gute Sicht auf die Piste hatten“, erzählt Michael Turco von der Interessengemeinschaft Bergpreis Schwäbische Alb, die die Fahrzeug-Ausstellung organisiert hat.

„An den Rennwochenenden war die ganze Stadt voll mit Menschen. Alle Zimmer in der Umgebung waren ausgebucht“, so Turco. Er erinnert sich noch daran, welche Faszination von den Renn-teilnehmern ausging: „Als Zehnjähriger konnte ich aus dem Schulfenster beobachten, wie die Autos und Motorräder in die Stadt kamen. Dann lief ich schnell nach Hause, hab den Schulranzen in die Ecke geworfen und ab zur Rennstrecke. Mein Vater fragte nur, ob ich wieder zu den Verrückten ginge.“ Als „Verrückte“ wurden die Teilnehmer häufiger bezeichnet – nicht nur weil sie Unmengen Geld in ihre Fahrzeuge pumpten, um sie konkurrenzfähig zu halten, sondern auch, weil die Rennen nicht ganz ungefährlich waren: „Am beliebtesten waren die Seitenwagenrennen. Die Beifahrer hingen nur wenige Zentimeter über dem Boden und haben versucht, das Gewicht auszubalancieren“, sagt Turco.

Das Bergrennen übte jedoch nicht auf jeden eine Faszination aus: „Mit der grünen Bewegung gab es immer mehr Leute, die Umweltbedenken hatten“, so Turco. Vor den Rennen wurden Flyer verteilt, um gegen das Event zu protestieren.

Das endgültige Aus kam 1982, als ein Kind bei einem Unfall während des Rennens ums Leben kam. „Einer der Fahrer verlor in einer Kurve die Kontrolle über seinen Wagen und kam von der Strecke. Er prallte gegen einen Baum, an dem ein Mann und sein Sohn saßen“, sagt Turco. Der Junge sei noch auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben.

34 Jahre nach diesem tragischen Unfall möchte die Interessengemeinschaft das Bergrennen wiederbeleben, jedoch in einer anderen Form: „Das Wort ,Rennen‘ sollte man in diesem Zusammenhang am besten gar nicht in den Mund nehmen“, sagt Turco. Vielmehr soll es eine Präsentation der alten Rennwagen sein. „Es soll nicht mehr darum gehen, wer der Schnellste ist. Hauptsache ist, die Autos fahren wieder. Immerhin heißt es ,Fahrzeug‘ und nicht ,Stehzeug‘.“ Für den Anfang könnte Turco sich eine Art Wagen Schau vorstellen: „Man könnte die Autos auf einer Bühne präsentieren und das Ganze übers Mikro moderieren.“ Das könne zum Beispiel im Orts-kern stattfinden. Irgendwann soll es aber an den Originalschauplatz von damals, die Neuffener Steige, gehen, wünscht sich Turco. Jetzt hofft die Interessengemeinschaft auf die Unterstützung des Land-rats. Sollte das Vorhaben gelingen, hätte wohl auch Walter Rothweiler wieder einen Grund mehr, seinen Ford Capri aus der Garage zu holen.


Walter Rothweiler nahm mit seinem Ford Capri viermal am Neuffener Bergrennen teil. Foto: Matthäus Klemke